80469 München – Resilienz und mentale Gesundheit im LGBTG Kontext

Die Themen rund um psychische Gesundheit bekommen nochmal einen besonderen Twist, wenn man nicht in der Mehrheit lebt.

Ich habe knapp 10 Jahre im Glockenbachviertel gelebt und viele Freundinnen und Freunde aus der LGBTQ-Gemeinde. Über die Jahre habe ich gelernt, dass meine „Heten-Probleme“ oft ganz andere waren und am Ende des Tages auch anders besprochen werden konnten als die Themen aus der LGBTQ-Community. Dann gibt es aber auch wieder Schnittmengen, meistens die größeren Themen: Zugehörigkeit, Selbstbild, die Frage, wo man eigentlich wirklich steht (und wie stabil).

Was im LGBTQ-Kontext aber dazukommt, sind Themen, die so in dieser Form in der Mehrheitsgesellschaft einfach nicht auftreten. Da ist zunächst einmal die eigene Identität. Das Finden der eigenen sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität ist kein einmaliger Schritt, sondern oft ein längerer Prozess. Einer, der nicht im luftleeren Raum stattfindet, sondern immer im Abgleich mit einem Umfeld, das zunächst von anderen Normen ausgeht. Das ist für den einen mehr, für die andere weniger belastend – aber am Ende des Tages ist es eine Herausforderung mehr in an sich schon herausfordernden Zeiten.

Dazu kommt das Thema Offenheit und Öffentlichkeit. Sich zu zeigen, Dinge auszusprechen, sich zu positionieren – und das passiert nicht einmal, sondern immer wieder neu. Und immer wieder ist das ein Kraftakt. Auch hier: für die eine mehr, für den anderen weniger. Wir sind im Freundeskreis unterwegs, im Job, in der Herkunftsfamilie. Und jedes Mal stellt sich die Frage: Wie viel Raum ist für meine Themen wirklich da? Habe ich das „Recht“, diesen Raum einzunehmen?

Nicht selten gibt es Brüche, die schmerzen. Fehlende Akzeptanz im direkten Umfeld, Distanz zur Familie oder der bewusste Schritt, sich von bestimmten Strukturen zu lösen. Von außen und aus der Heten-Perspektive sind das oft logische Schritte, in Deiner Wahrheit aber manchmal Phasen und Erfahrungen, die lange und intensiv nachwirken. Oft werden sie auch ungewollt zu Lebensthemen.

Parallel dazu läuft die permanente Auseinandersetzung mit einer Welt, die in vielen Bereichen nach wie vor heteronormativ funktioniert. Auch wenn sich in den letzten Jahrzehnten gesellschaftlich viel bewegt hat, bleibt diese Grundstruktur bestehen – und manchmal wächst daraus immer noch Voreingenommenheit, subtile Diskriminierung oder sogar offene Ablehnung. Wenn ich mir die aktuellen gesellschaftlichen Entwicklungen ansehe, geht der Trend leider nicht unbedingt in Richtung einer liberaleren Gesellschaft – da haben wir schon offenere Zeiten erlebt.

So. Und jetzt?

All diese Erfahrungen und Themen haben eines gemeinsam: Sie wirken weiter. Für andere nicht unbedingt immer sichtbar, aber für Dich spürbar. In Deiner eigenen Wahrnehmung, im Umgang mit Stress, in der Frage, wie stabil man sich in bestimmten Situationen fühlt, wie selbstbewusst man raus in die Welt, seinen Job seine Beziehungen geht. Und genau hier wird das Thema Resilienz und mentale Gesundheit konkret. Ich habe dazu eine klare Haltung: Mentale Gesundheit anzugehen ist ein Zeichen von Verantwortung und Stärke (wenn Du mehr über mich erfahren möchtet, dann klicke gerne auf meine Seite). Selbstfürsorge ist keine Schwäche, sondern genau im Gegenteil der Ausdruck einer reflektierten Haltung – und mentale Gesundheit ist zuallererst einmal eine Haltung.

Also nun eine Therapie, ein Coaching, Psychosoziale Beratung? In meiner Zeit im Glockenbachviertel ist mir immer wieder aufgefallen (auch heute noch), dass es der/dem Gegenüber schon guttut, wenn alles einfach einmal erzählt werden kann; in einem geschützten und wertschätzenden Rahmen und ohne Etikettierung. Wenn Du Dir das wünschst, melde Dich gerne bei mir und komm in unsere kleine Praxis nahe der U-Bahn Fraunhoferstraße. Ich freu mich auf Dich und Deine Themen!

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Mentale Gesundheit in Beziehungen: Warum sie die Qualität Deiner Partnerschaft mitbestimmt